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Buchtipps - Bilderbücher ab 3 Jahren

Zwei Freunde, ein gewöhnlicher Nachmittag bei gutem Wetter. "Mama, dürfen wir raus?" - mit dieser simplen Frage beginnt ein Abenteuer, wie es nur zwei kleine Strolche erleben können. Mehr als ein Garten, eine Decke und Proviant sind nicht nötig, und schon befindet man sich im tiefsten Dschungel und beweist seinen Mut in der Nacht, wenn die Wölfe heulen. Dem Künstlerpaar Jenny und Jesús Verona gelingt es, eine Alltagsgeschichte in reizvoll modernen Bildern und mit wenigen treffenden Worten zu erzählen.

Julian ist eine Meerjungfrau ist das Bilderbuch, das es dringend gebraucht hat. Ein wunderbares und bemerkenswertes Werk über Individualität und Akzeptanz mit einer Hauptfigur, die fernab von Geschlechterklischees agiert – und agieren darf. Großartig in Szene gesetzt ist auch die liebevolle und unterstützende Oma. Die Geschichte kommt mit wenig Text aus, umso stärker wirkt die Bildsprache der eindrucksvollen Illustrationen. Ein weiteres Detail macht das Buch auf dem weltweiten Kinderbuchmarkt zu etwas Außergewöhnlichem: Ausnahmslos alle abgebildeten Personen sind Schwarz.

Mit Opa kann man alles unternehmen: die Natur erkunden, Spielzeugautos auf dem Boden herumfahren lassen, und keiner erzählt so spannende Geschichten wie er, vor allem von seiner Kindheit in Indien. Doch eines Tages stirbt der Großvater und das kleine Mädchen bleibt traurig zurück. Doch was ist das? Opa hat vor seinem Tod noch ein selbstgebundenes Heft für sie gebastelt, in das sie nun alles hineinschreiben kann, woran sie sich aus der Zeit mit dem Großvater erinnert. Das Notizbuch wird fortan ihr ständiger Begleiter.

Frieden: Diesem abstrakten und immer aktuellen Thema nähern sich Baptiste und Miranda Paul (Mitiniatorin von „We need diverse books“) im gleichnamigen Bilderbuch an. Die wunderschönen Illustrationen stammen von Estelí Meza, die sich dabei an den warmen Farben Mexikos orientiert und dabei viele verschiedene Kinder und Tiere abgebildet. Die Autor_innen nehmen im Nachwort Bezug auf diese Symbolik: „Neuere Studien haben gezeigt, dass bei gewaltsamen Konflikten unter Menschen auch Tiere in Mitleidenschaft gezogen, ja vom Aussterben bedroht werden.“ Das Bilderbuch kommt mit nur wenig Text aus.

„In einem behaglichen Zimmer, das ein wenig nach frisch gesägtem Holz riecht …“ – Dort, in einem Bergwerksdorf im Harz des 19. Jahrhunderts beginnt die Geschichte von einem kleinen Kanarienvogel. Er erfreut die Menschen mit seinem außergewöhnlichen Gesang. Und er hat noch eine Aufgabe in seinem Domizil bei den Menschen: Bisweilen wird er im Käfig mit in die Grube genommen. Auch unter Tage singt er – wenn er verstummt, sind die Grubenleute gewarnt: Die Atemluft wird knapp!

Die Figur des kleinen Igels ist angelehnt an meine kleine Tochter, die auch im Rollstuhl unterwegs ist. Als ich das Buch gezeichnet habe, war Lucie erst ein Jahr alt und ihr großer Bruder Theo zwei – bestes Vorlesealter also ;) Ich wollte 5 Freunde zeigen (eigentlich 6, wenn man den kleinen Marienkäfer mitzählt), die gemeinsam Abenteuer erleben und ein super Zeit haben. Das eine Figur im Rollstuhl fährt, sollte nicht im Mittelpunkt der Geschichte stehen. Mir war wichtig, das als normalen Bestandteil des Buches zu zeigen.

Völlig selbstverständlich und unaufgeregt wird familiäre Vielfalt in diesem Vorlesebuch von Seite zu Seite wie nebenbei erzählt. Kindgerecht und altersangemessen in wunderschönen Reimen und mit ausgezeichneten Illustrationen versehenes Einschlafbuch für schon die Kleinsten! Ein Buch zum Träumen. Unbedingte Empfehlung! (Regenbogenzentrum München)

Das Buch behandelt das Thema „trans“ auf eine sehr natürliche und für Kinder leicht verständliche Art und Weise. Als Leser*in identifiziert man sich von Beginn an mit Noa und ist erleichtert, am Ende feststellen zu dürfen, dass sich durch den Wechsel von Mama zu Papa nichts verändert, was als Kind wichtig ist. Dennoch stellt die Geschichte klar, wie wichtig es ist, das Thema mit den Kindern nicht auszusparen, sondern alle Ängste zu besprechen. (Regenbogenzentrum München)

"Von weit her" ist ein ganz besonderes Buchprojekt. Saoussan Askar erzählt mit Unterstützung des Kinderbuchautors Robert Munsch die Geschichte ihrer Flucht und den Herausforderungen des Ankommens danach. Das Buch ist in Ich-Form geschrieben und obwohl Saoussan nach Kanada geflohen ist, spricht sie über das Deutsch-Lernen im Buch. Das soll jungen Leser:innen deutlich machen, dass Saoussans Geschichte nicht an den Ort und die Zeit gebunden ist. Deswegen ist das Buch im Kontext des Kriegs in der Ukraine besonders wertvoll.

Der liebevolle Held des Alltags: Dieses Buch feiert das Vater-sein! Papa ist kein Superheld, Astronaut oder Geheimagent. Aber er ist der beste Vater der Welt! Mit ihm kann man alles machen: Kekse backen, gärtnern, Rollschuh laufen und sich fantastische Abenteuer ausdenken. Am Ende des schönen Tages liest Papa dem kleinen Jungen noch eine Gute-Nacht-Geschichte vor. Susan Quinn zeigt uns mit poetischen Texten, worauf es in einer liebevollen Vater-Kind-Beziehung wirklich ankommt. Und zwar jenseits aller Stereotypen!