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Buchtipps - Diversität

Das erste Buch mit Biografien berühmter Persönlichkeiten mit physischen wie psychischen Beeinträchtigungen. Darauf haben wir lange gewartet und finden es sehr empowernd zu lesen, was diese fasziniereden Persönlichkeiten alles geschafft haben! Endlich ein Versuch, auch diesem Spektrum der Diversität zu adäquater Repräsentation zu verhelfen.

Elena Favilli und Francesca Cavallo haben dieses Projekt komplett abgegeben und in die Hände von Schwarzen Frauen gelegt. Herausgeben wurde es von der Geschichtenerzählerin mit mit langer journalistischer Erfahrung, Lilly Workneh. Mitgewirkt haben außerdem die Autorinnen Diana Odero, Jestine Ware und Sonja Thomas. Das Vorwort stammt von der Begründerin der #blackgirlmagic-Bewergung, Cashawn Thomson. Die literarische Qualität der Kurzbiographien ist definitiv besser, als jene in den Vorgängerwerken.

Julian ist eine Meerjungfrau ist das Bilderbuch, das es dringend gebraucht hat. Ein wunderbares und bemerkenswertes Werk über Individualität und Akzeptanz mit einer Hauptfigur, die fernab von Geschlechterklischees agiert – und agieren darf. Großartig in Szene gesetzt ist auch die liebevolle und unterstützende Oma. Die Geschichte kommt mit wenig Text aus, umso stärker wirkt die Bildsprache der eindrucksvollen Illustrationen. Ein weiteres Detail macht das Buch auf dem weltweiten Kinderbuchmarkt zu etwas Außergewöhnlichem: Ausnahmslos alle abgebildeten Personen sind Schwarz.

Frieden: Diesem abstrakten und immer aktuellen Thema nähern sich Baptiste und Miranda Paul (Mitiniatorin von „We need diverse books“) im gleichnamigen Bilderbuch an. Die wunderschönen Illustrationen stammen von Estelí Meza, die sich dabei an den warmen Farben Mexikos orientiert und dabei viele verschiedene Kinder und Tiere abgebildet. Die Autor_innen nehmen im Nachwort Bezug auf diese Symbolik: „Neuere Studien haben gezeigt, dass bei gewaltsamen Konflikten unter Menschen auch Tiere in Mitleidenschaft gezogen, ja vom Aussterben bedroht werden.“ Das Bilderbuch kommt mit nur wenig Text aus.

Die Figur des kleinen Igels ist angelehnt an meine kleine Tochter, die auch im Rollstuhl unterwegs ist. Als ich das Buch gezeichnet habe, war Lucie erst ein Jahr alt und ihr großer Bruder Theo zwei – bestes Vorlesealter also ;) Ich wollte 5 Freunde zeigen (eigentlich 6, wenn man den kleinen Marienkäfer mitzählt), die gemeinsam Abenteuer erleben und ein super Zeit haben. Das eine Figur im Rollstuhl fährt, sollte nicht im Mittelpunkt der Geschichte stehen. Mir war wichtig, das als normalen Bestandteil des Buches zu zeigen.

Die Kinder wollen auf dem Pausenhof Familie spielen. Also brauchen sie Vater, Mutter und Kind, oder? Sie merken schnell, dass das nicht ihre Wirklichkeit ist. Ein Kind hat eine alleinerziehende Mutter, ein anderes lebt mit seinem Vater, ein Kind lebt in einer Regenbogenfamilie, ein Kind abwechselnd bei Mama und Papa. Sie erzählen von den vielen Mitgliedern ihrer Patchworkfamilien, ein Kind hat keine Geschwister, manche haben Halbgeschwister, manche sind adoptiert und eines kennt eine Familie ganz ohne Kinder – dafür haben die einen Hund.

Ein Papa, der nicht laufen kann. Ein Papa, der sich manchmal große Sorgen daru¨ber macht, mit seiner Tochter nicht herumtoben zu können. Eine Tochter, die sich daru¨ber u¨berhaupt gar keine Sorgen macht. Denn ihr Papa kann richtig viele tolle Dinge und am schönsten ist es, mit ihm jeden Tag zusammen zu sein. Ein Buch u¨ber die Kraft der kindlichen Selbstverständlichkeit.

Völlig selbstverständlich und unaufgeregt wird familiäre Vielfalt in diesem Vorlesebuch von Seite zu Seite wie nebenbei erzählt. Kindgerecht und altersangemessen in wunderschönen Reimen und mit ausgezeichneten Illustrationen versehenes Einschlafbuch für schon die Kleinsten! Ein Buch zum Träumen. Unbedingte Empfehlung! (Regenbogenzentrum München)

Das Buch behandelt das Thema „trans“ auf eine sehr natürliche und für Kinder leicht verständliche Art und Weise. Als Leser*in identifiziert man sich von Beginn an mit Noa und ist erleichtert, am Ende feststellen zu dürfen, dass sich durch den Wechsel von Mama zu Papa nichts verändert, was als Kind wichtig ist. Dennoch stellt die Geschichte klar, wie wichtig es ist, das Thema mit den Kindern nicht auszusparen, sondern alle Ängste zu besprechen. (Regenbogenzentrum München)

"Von weit her" ist ein ganz besonderes Buchprojekt. Saoussan Askar erzählt mit Unterstützung des Kinderbuchautors Robert Munsch die Geschichte ihrer Flucht und den Herausforderungen des Ankommens danach. Das Buch ist in Ich-Form geschrieben und obwohl Saoussan nach Kanada geflohen ist, spricht sie über das Deutsch-Lernen im Buch. Das soll jungen Leser:innen deutlich machen, dass Saoussans Geschichte nicht an den Ort und die Zeit gebunden ist. Deswegen ist das Buch im Kontext des Kriegs in der Ukraine besonders wertvoll.